Aus Gründen der Lesbarkeit

Text: Steffen-Peter Ballstaedt

Die Technische Kommunikation ist historisch in eine breite kulturelle Tradition eingebettet mit Bezügen zu Philosophie, Handwerk, Kunst und Wissenschaft. Heute: geschlechtsneutrale Sprache.

Wenn in Seminaren oder Workshops das Thema geschlechtsneutrale Sprache ansteht, dann ist ein Gegrummel kaum zu überhören. Das Thema ist vielen lästig, wobei von der totalen Ablehnung jeder Änderung bis zur radikalen feministischen Position alle Meinungen vertreten sind, interessanterweise bei Männern wie bei Frauen.

Immer mitgedacht?

Eine beliebte Möglichkeit, sich um eine geschlechtsneutrale Sprache zu drücken, ist eine Generalklausel: „Aus Gründen der Verständlichkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beide Geschlechter.“ Oder noch kecker: „Bei Verwendung der männlichen Formen sind die Frauen immer mitgemeint.“ Aber sind sie das tatsächlich? Und verstehen sich Frauen wirklich einbezogen? Natürlich hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Genus und Sexus etwas ...

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