Handlungen à la carte

Text: Anne Lehrndorfer

Handlungen und Beschreibungen von Handlungen bestimmen unser Leben. Schrittweise entwickelt sich vom Kleinkind- bis ins Erwachsenenalter unser Handlungsgedächtnis, abhängig von Geschicklichkeit und Strategien. Ausnahmesituationen wie Stress, Müdigkeit oder Langeweile wirken, weil hier grundlegende Triebe konkurrieren, negativ auf den Handlungsverstand und machen – eine Krux für die Technische Dokumentation – die Vorhersage über zumutbare Komplexität von Handlungsbeschreibungen schwer. Folgende sprachliche und didaktische Werkzeuge helfen, das Handlungsgedächtnis nicht unnötig zu belasten.

Inhaltsübersicht

Lesedauer: 06:41 Minuten

Die ersten Handlungsaufforderungen an ein Kind verlaufen verbal. Dabei sind Kleinkinder mit Handlungsaufforderungen, die mehr als einen Handlungsschritt beinhalten, schnell überfordert und vergessen oder blockieren, so z. B. bei der Handlungsfolge „zuerst Hausschuhe anziehen, dann Hände waschen“. Vorschul- und Grundschulkinder können komplexere Handlungsfolgen absolvieren, wie die Reihenfolge von Handgriffen beim Plätzchen Backen: „Teig dünn ausrollen – Plätzchen eng ausstechen – Plätzchen aufs Backblech legen – Plätzchen mit Eiweiß bestreichen – Plätzchen mit Zuckerperlen bestreuen – Teig neu verkneten“. Liegt zudem eine Begründung der vorgegebenen Reihenfolge vor, ist die Erfolgskontrolle für Handlungsanleitenden und Handlungsausführenden noch gewisser: „Beim Hausschuhe Anziehen könnten deine Hände wieder schmutzig werden. Daher zuerst Hausschuhe anziehen, dann Hände waschen“ oder: ...