Fragen über Fragen

Text: Andreas Baumert

In Veranstaltungen über Recherchegespräche, zum Beispiel auf regionalen Treffen der tekom, diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meist recht engagiert über ihre Erfahrungen mit Interviews. Bei diesen Gelegenheiten werden einige Fragen besonders oft gestellt. Zwölf beantworten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Inhaltsübersicht

Lesedauer: 09:17 Minuten

1. Ich habe den Eindruck, dass ich zu viel Zeit auf Gespräche verwende. In welchem Verhältnis sollten Interviews zeitlich zu den anderen Arbeiten in der Redaktion stehen?

Eine Faustregel gibt es nicht. Manchmal muss man stundenlang mit den Entwicklern sprechen, weil die Funktionsweise des Produktes sehr schwer zu verstehen ist oder nichts schriftlich vorliegt. Gelegentlich – das passiert häufig bei Software – ist die Gestaltung der internen Vorgänge und der Produktoberfläche so anwenderunfreundlich, dass auch Technische Redakteure viel Zeit und Rückfragen benötigen, um alles zu begreifen. Einige Produkte verlangen, dass Autoren häufig an der Produktionsstätte auftauchen, um die Entwickler zu befragen und den Stand der Arbeit zu beobachten. Bei meinen Untersuchungen zu diesem Thema habe ich die Aussage eines Redakteurs gefunden, der bis zu 80 % der Arbeitszeit mit Gesprächen verbrachte.
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