Dynamische Striche

Text: Steffen-Peter Ballstaedt

Die Technische Kommunikation ist historisch in eine breite kulturelle Tradition eingebettet mit Bezügen zu Philosophie, Handwerk, Kunst und Wissenschaft. Heute: Bewegungsstriche.

Wer einmal einen Comic oder einen illustrierten Roman angesehen hat, der kennt die Striche hinter Personen und Objekten, die sofort als Zeichen für Bewegung verstanden werden. Bewegungsstriche sind eine Möglichkeit, um in statischen Bildern Bewegung auszudrücken [1]. Die Erfindung dieser Technik wird dem französischen Künstler Ernest Montaut (1878–1909) zugeschrieben. Er setzte auf seinen Plakaten Rennwagen, Flugzeuge und Motorboote mit Strichen und Linien in Bewegung (Abb. 01). Wer dies auch tun möchte, kann zwei Varianten einsetzen: Motion Lines und Motion Streaks.

Der Grafiker Ernest Montaut bringt durch Bewegungsstreifen ein Auto in Schwung
Abb. 01 Der Grafiker Ernest Montaut bringt durch Bewegungsstreifen ein Auto in Schwung. (Quelle: Wikimedia Commons)

Variante 1 – Motion Lines

Die Trajektorie des bewegten Objekts wird durch gezeichnete Linien visualisiert. Die Bezugslinien in Explosionszeichnungen können als derartige Bewegungslinien angesehen werden. ...