Binden, Trennen, Betonen

Text: Markus Nickl

Kaum ein Zeichen kommt in der deutschen Sprache in so zahlreichen Varianten vor wie ein horizontaler Strich. Unterschiedliche Längen, mit und ohne Leerzeichen führen zu ganz verschiedenen Bedeutungen. Damit steigt auch das Risiko einer fehlerhaften Typographie. Dabei sind die Regeln nicht so schwer.

Nachdem wir letztes Mal den Tücken des Bindestrichs zu Leibe gerückt sind, möchte ich in dieser Ausgabe einen genaueren Blick auf die übrigen Striche werfen, die in Texten auftauchen. Denn hier sind noch einige Fallstricke gespannt, über die unbedachte Technische Redakteure schnell stolpern.

Ab ins Geviert

Wer sich auch nur ansatzweise mit Typographie beschäftigt, der stößt auf zwei Ungereimtheiten, zumindest auf den ersten Blick: den so genannten „Deppenapostroph“ und den „Halb-Viertel-oder-sonst-wie-Geviertstrich“. Fragt sich nur, was so ein Geviert bedeutet. Wie zu erwarten, kommt der Begriff aus dem Druckwesen, genauer gesagt definiert er Länge und Breite eines Buchstabens.

Abb. 1: Über Wikimedia ist diese Abbildung eines Druckletters für den Buchstaben F verfügbar.
Quelle Wikimedia Commons [1]

Mit Geviert wird das Quadrat bezeichnet, das sich aus der Kegelstärke (d) bilden ...