Product-Compliance und Integritätskultur als Führungsaufgabe

Text: Stephan Grüninger Quirin Kissmehl

Warum Compliance heute weit über die Einhaltung von Spezifikationen hinausgeht und Führungskräfte dabei zum entscheidenden Hebel werden.

Inhaltsübersicht

Lesedauer: 10:49 Minuten

Produkte werden komplexer, Entwicklungszyklen kürzer – gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit und Konformität. Für Unternehmen folgt daraus: Regeltreue lässt sich nicht mehr nebenbei organisieren, sondern muss fest in Entwicklung und Produktion verankert werden. Dabei sollte insbesondere berücksichtigt werden, dass Entscheidungen in der Produktentwicklung und Herstellung im Nachhinein nicht als bewusste Regelabweichungen interpretiert werden können, etwa um den Marktzugang oder auskömmliche Margen zu sichern.

Bislang wurde unter Compliance primär die „Legal Compliance“ verstanden, die sich auf die Einhaltung gesetzlicher Normen in klassischen Feldern wie Korruptionsbekämpfung, Geldwäscheprävention und Kartellrecht konzentrierte, um Haftungsrisiken und Reputationsschäden zu vermeiden. Heute reicht dieses Verständnis nicht mehr aus. Compliance hat sich in der technischen ...

Ein Mann und eine Frau schütteln sich die Hand.