Nicht nur fachliche Tätigkeiten, auch die Karriereentwicklung hat sich durch künstliche Intelligenz vielfältig und tiefgreifend verändert. Neue Arbeitsmodelle verbreiten sich rasant und beeinflussen nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch das Privatleben. Wir befinden uns in einer Zeit des Übergangs, in der sich die Entwicklungen von Zeit, Struktur, Inhalt und Gestaltung der Arbeitswelt nur schwer vorhersagen lassen.
Meine Positionsbestimmung
Stehe ich vor dem Schulabschluss und überlege, welche Ausbildung oder welches Studium zu mir passt? Bin ich in meiner Ausbildung oder meinem Studium richtig? Oder bin ich unsicher, ob ich diesen Weg weitergehen möchte? Fühle ich mich im Beruf über- oder unterfordert? Fehlt mir der Flow und möchte ich etwas ändern? Plane ich nach der Elternzeit oder einem Sabbatical den Wiedereinstieg in den Beruf oder suche ich nach Alternativen? Oder beginne ich bald eine Wiedereingliederung in den Beruf? Wird mir ein neues Placement angeboten – intern oder extern? Und was dann tun? Wie kann ich nach dem Ende meiner Berufstätigkeit aktiv bleiben und sinnvoll tätig sein?
Nimm dir Zeit zur Standortbestimmung und erkunde deine Stärken, Interessen, Kompetenzen und Werte. Entwickle anschließend mit dem Wissen über dich Visionen und Ziele für deine Zukunft. Eine Beratung oder ein Coaching kann bei der Situationsanalyse, Zieldefinition und Umsetzung unterstützend begleiten.
Dem Druck von außen können wir Menschen nur begegnen, wenn wir von innen heraus resilient sind, uns selbst kennen und unserer Ressourcen und Bedürfnisse bewusst sind. Darüber hinaus können wir erst wirksam werden, wenn wir mit unserer Wertehierarchie vertraut sind und tragfähige Zukunftsvorstellungen iterativ und agil entwickeln, absichern und mutig umsetzen.
Schule vorbei und was nun?
Um herauszufinden, welche Ausbildung oder welches Studium am besten zur eigenen Persönlichkeit passt, lohnt sich ein strukturiertes Vorgehen:
- Selbstreflexion und Interessensanalyse
- Informationsrecherche und kritische Bewertung
- Praktische Erfahrungen sammeln (zum Beispiel Praktika, Schnupperkurse)
- Beratung und Austausch im eigenen Netzwerk und mit Experten
- Persönliche Ziele definieren, aufschreiben, planen und umsetzen
Wie kann man sich einlassen?
Berufliche Über- oder Unterforderung sowie das Fehlen von Flow kann ein Hinweis dafür sein, dass das aktuelle Arbeitspensum oder die inhaltliche Gestaltung der Arbeitsaufgaben nicht optimal zu den eigenen Kompetenzen und Bedürfnisse passt. Flow beschreibt den mentalen Zustand, in dem eine Person in ihrer Tätigkeit aufgeht, mit höchster Konzentration, Motivation und Zufriedenheit. Eine aktive, agile Vorgehensweise kann Veränderung anstoßen:
- Selbstreflexion und Analyse der aktuellen und wiederkehrenden Aufgaben; welche Aufgaben reizen mich und bei welchen fehlt mir der Ansporn, weil sie zu wenig oder zu viel fordern?
- Wenn Aufgaben zu leicht erscheinen, solltest du überlegen, wie du bewusst neue Elemente in deine Arbeit integrieren kannst. Beispiele dafür sind zusätzlich Verantwortung übernehmen; sich um neue Projekte bewerben, die enger an den eigenen Kernkompetenzen ansetzen; kreativen Freiraum einfordern, um neue Lösungsansätze zu entwickeln.
- Bei Überforderung kann es hilfreich sein, das Prinzip „Simplify your life“ anzuwenden, Unterstützung einzuholen, Aufgaben zu delegieren oder gemeinsam mit der Führungskraft und dem Team realistische Prioritäten zu setzen. Das Ziel ist immer, das optimale Spannungsfeld zwischen Über- und Unterforderung zu finden.
- Feedback-Gespräche mit Coach, HR-Business-Partner und zielorientierte Weiterbildung
- Feedback-Gespräche mit Führungskraft und im Team zur Veränderung
- Kleine, sofortige Maßnahmen zur Flow-Erreichung, zum Beispiel kurzfristige Ziele setzen, Aufgaben in überschaubare Schritte unterteilen und bewusst versuchen, ganz im Moment zu arbeiten – ohne sich von multimedialen Ablenkungen stören zu lassen.
Rückkehr in den Beruf
Die Rückkehr in den ursprünglichen Beruf oder das Suchen nach einer Alternative, etwa nach Elternzeit oder Sabbatical, benötigt eine gute Vorbereitung, Selbstreflexion und offene Kommunikation:
- Frühzeitig planen und Ziele definieren; einige Monate vor dem Ende der Pause oder der Elternzeit beginnen, die neuen beruflichen Ziele zu formulieren. Möchte ich zum bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren oder ist es Zeit, einen neuen Pfad einzuschlagen? Welche Arbeitszeiten (Voll-, Teilzeit, flexible hybride Modelle) und Rahmenbedingungen passen jetzt zu meinen Lebensumständen?
- Selbstreflexion und Kompetenzbestandsaufnahme; welche Kompetenzen habe ich jetzt und welche davon habe ich in der Zwischenzeit neu erworben?
- Netzwerken und regelmäßig kommunizieren, an informellen Treffen teilnehmen und Rückkehrgespräche führen.
- Mentoring oder Coaching nutzen
Die berufliche Wiedereingliederung ist eine Maßnahme zur Rückkehr an den Arbeitsplatz nach medizinischer Rehabilitation. Nach einer längeren Krankheit hilft der Ablauf, um in einer angemessenen Geschwindigkeit wieder in den Job zu finden. Dabei gibt es verschiedene Modelle, wie das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) oder die stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell). Die Wiedereingliederung kann zwischen wenigen Wochen oder bis zu sechs Monaten dauern. Der Antrag erfolgt mit Zustimmung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei der Krankenkasse oder dem zuständigen Träger.
Was bedeutet vertikal?
Die betriebliche Planung einer Laufbahn beschreibt, welche Positionen Arbeitnehmer und Führungskräfte im Laufe ihrer Karriere im Unternehmen besetzen können. Es gibt drei verschiedene Laufbahnen.
Fachlaufbahn: Der Fokus liegt hierbei darauf, Arbeitnehmer zu Experten in ihrem Tätigkeitsfeld zu entwickeln. Im Regelfall geht die Fachlaufbahn nicht mit der Übernahme von Führungsverantwortung einher. Expertenwissen stärkt das Know-how des Unternehmens und macht es wettbewerbsfähiger.
Führungslaufbahn: Die Führungslaufbahn prägt den hierarchischen Aufstieg der Arbeitnehmer zur Führungskraft im Unternehmen, zum Beispiel Team-, Abteilungs- oder Bereichsleiter oder auch Vorstand. Die Person übernimmt zunehmend Führungs- und Personalverantwortung mit Weisungsbefugnis und hat juristische Handlungsvollmachten. Dies erlaubt ihr, im Namen des Unternehmens zu handeln (zum Beispiel mit Prokura, Handlungsvollmacht, Einzel- und Gesamtvollmacht sowie interne Vollmachten wie Bankvollmacht, Vertragsabschlüsse, Personalentscheidungen).
Projektlaufbahn: Die Arbeitnehmer werden zur Übernahme von projektbezogenen Aufgaben qualifiziert. Je nach Projektgröße gehen diese Aufgaben mit unterschiedlichen Erfahrungsvoraussetzungen und Verantwortungsstufen einher (zum Beispiel Projektmitarbeiter, Projektleiter, Senior-Project-Manager). Eine Projektleitung umfasst fachliche und ressourcenbezogene Führungsverantwortung, im Regelfall ohne disziplinarische Führung.
Und was meint horizontal?
Horizontale Laufbahn bedeutet einen Wechsel von Tätigkeiten, Aufgaben und Belastungen innerhalb einer hierarchischen Ebene oder zwischen verschiedenen selbstorganisierten Teams. Die Mitarbeitenden übernehmen unterschiedliche Rollen, Aufgaben oder befristete, projektbezogene Tätigkeiten, um ihr Wissen und ihre Expertise zu erweitern, ohne die formale Hierarchie zu verlassen.
Dieser prozessbasierte Tätigkeits-, Aufgaben- und Belastungswechsel auf einer hierarchischen Ebene ist in Deutschland weniger bekannt und verbreitet. Horizontale Wechsel können Qualifikationssackgassen minimieren. Die Beschäftigten werden flexibel, situationsgerecht, kunden- oder produktorientiert eingesetzt. Da Horizontalkarrieren in Unternehmen weniger favorisiert werden, interessieren sich die Arbeitnehmer selbst eher für vertikale Karriereverläufe mit Personalverantwortung – unabhängig davon, ob sie dafür geeignet sind oder nicht.
Der horizontale Ansatz ist vor allem für Personen attraktiv, die ihre Karriere nicht über traditionelle Führungspositionen definieren möchten, sondern den Mehrwert in der fachlichen, kunden-, lieferanten- oder produktorientierten Weiterentwicklung sowie im Netzwerken sehen.
Wie wirkt sich KI aus?
Eine moderne Führungskraft, die in einer vertikalen Struktur eingebunden ist, investiert vorzugsweise in eine KI-spezifische Weiterbildung. Wer digital-affin und innovationsbereit ist sowie KI in den täglichen Arbeitsprozess integriert, kann sich als Wegbereiter, Schrittmacher oder Pionier positionieren. Dies erhöht die Sichtbarkeit im Unternehmen und kann den Aufstieg beschleunigen.
Führungskräfte müssen zunehmend digitale Kompetenzen und ein Verständnis für den strategischen Einsatz von KI mitbringen. Das betrifft die Arbeitsorganisation in einem Team, in dem Routinetätigkeiten mit generativer oder analytischer KI automatisiert werden, außerdem das Erkennen ethischer sowie rechtlicher Fragestellungen im Umgang mit digitalen Systemen. Zudem liefern KI-gestützte Tools genaue Analysen zu Leistungskennzahlen, Kundenprofilen und Markttrends. Diese Analysen erleichtern einer Führungskraft eine datenbasierte Entscheidungsfindung.
Die horizontale Karriereplanung fokussiert sich auf die Spezialisierung des Wissens innerhalb einer Hierarchieebene oder in und zwischen selbstorganisierten Teams. Auch hier eröffnet KI neue Perspektiven für den Arbeitnehmer. Experten, die KI effektiv integrieren, erhöhen kontinuierlich ihren Marktwert und sind besser vorbereitet, um den Herausforderungen eines sich rasch wandelnden Arbeitsumfelds gerecht zu werden. Wenn der Spezialist KI als Werkzeug nutzt, um Problemlösungen zu entwickeln oder Prozesse zu optimieren, wirkt dies innovativ im Unternehmen und stärkt seine Rolle im Netzwerk. KI-Tools können Routineaufgaben automatisieren, und das verschafft dem Experten mehr Zeit, sich auf komplexere und kreativere Aufgaben zu konzentrieren.
KI wirkt wie ein Katalysator für die Entwicklung des fachlichen Profils und des Führungsprofils. Dieser senkt die Aktivierungsenergie und erhöht die Geschwindigkeit auf dem horizontalen oder vertikalen Karrierepfad. Der Austausch mit anderen über erfolgreiche Anwendungsbeispiele von KI kann zu neuen Perspektiven verhelfen.
Karrierebooster oder Stolperstein?
Wenn ein Angebot für eine andere Position oder Aufgabe existiert, egal ob intern oder extern, sind einige Schritte zu berücksichtigen, um die beste Entscheidung für den eigenen Karrierepfad zu treffen.
Klärung der eigenen Ziele, Werte und Bedürfnisse: Denke darüber nach, wohin du möchtest. Passt die neue Rolle zu deinen langfristigen Zielen? Überlege, welche Herausforderungen du suchst und ob du in deiner aktuellen Situation nach mehr Verantwortung oder neuen Aufgaben strebst. Schreibe auf, was dir an einer Position wichtig ist, sei es Weiterentwicklung, Work-Life-Balance oder fachliche Tiefe. Im Anschluss gilt es, Chancen und Risiken für das Angebot abzuwägen und Stärken und Schwächen zu analysieren.
Dann sollten eine Informationssammlung und die Kommunikation folgen:
- Bei internen Angeboten – vereinbare Gespräche mit deinem Vorgesetzten und dem Personalbereich, um Details über die neuen Aufgaben, Erwartungen und zukünftige Perspektiven zu klären.
- Bei externen Angeboten – nutze Bewerbungsgespräche, um nicht nur Details über die Position, sondern auch über die Unternehmenskultur und Entwicklungsmöglichkeiten zu erfahren.
Der letzte Schritt ist, externe Meinungen einzuholen und Beratung zu nutzen.
Überprüfe, wie das Placement-Angebot in deinen Karriere- und Lebensplan passt, ob du eine vertikale (hierarchische) Entwicklung oder eine horizontale (fachliche Vertiefung) anstrebst. Ein gut überlegter Wechsel sollte den nächsten Karriereschritt sinnvoll ergänzen, die persönliche Entwicklung fördern und dein Lebenskonzept bereichern.
In Rente und was nun?
Nach dem Ende der Berufstätigkeit öffnen sich viele Wege, um weiterhin aktiv zu bleiben, sozial eingebunden zu sein und einen sinnvollen Beitrag zu leisten – sei es durch den Einsatz in der Familie, im Ehrenamt, beratende Tätigkeiten oder das Weitergeben langjähriger Erfahrungen. Eine sinnstiftende Tätigkeit kann dir nicht nur Erfüllung geben, sondern auch dafür sorgen, dass du gebraucht wirst und dich vernetzt fühlst.
Selbstreflexion: Was bedeutet Sinn für dich? Nimm dir Zeit, um herauszufinden, was dir persönlich wichtig ist. Möchtest du deine Erfahrung an die nächste Generation weitergeben, dich in sozialen oder ökologischen Projekten engagieren oder vielleicht kreative Seiten entwickeln, die bisher zu kurz kamen? Überlege, welche Kompetenzen und Stärken du in den letzten Jahren entwickelt hast. Manchmal eröffnet gerade das Bewusstsein über die eigenen Qualitäten neue Möglichkeiten, anderen zu helfen oder Projekte zu leiten.
- Coaching und Beratung in Anspruch nehmen; offen für Veränderung sein
- Freiwilligenarbeit und Ehrenamt; viele Organisationen suchen nach erfahrenen Personen, die ihr Wissen und ihre Zeit investieren möchten. Dabei handelt es sich oft um Tätigkeiten in sozialen, kulturellen oder umweltbezogenen Bereichen, in denen dein Engagement einen direkten positiven Einfluss auf die Gemeinschaft hat.
- Mentoring und Coaching: Deine beruflichen Erfahrungen können für jüngere Kollegen oder Quereinsteiger wertvoll sein. Mentoring ermöglicht es, dein Wissen weiterzugeben und aktiv an der Entwicklung anderer mitzuwirken.
- Beratungs-, Lehr- und Projektarbeit: Ob als unabhängiger Berater oder in Kooperation mit gemeinnützigen Initiativen kannst du deine Expertise nutzen, um Entscheidungsprozesse zu optimieren, strukturelle Veränderungen zu unterstützen oder Innovationsprojekte zu begleiten.
- Weiterbildung und Hobbyorientierung: Vielleicht entdeckst du auch im Bereich kreativer oder kultureller Aktivitäten einen neuen Tätigkeitsbereich. Ein Hobby kann zu einer sinnvollen und erfüllenden Aufgabe werden, bei der du deine Leidenschaft mit einem Mehrwert für andere verbinden kannst.
- Aufbau und Pflege von Netzwerken: Oft entstehen durch Kontakte ungeahnte Möglichkeiten. Nutze dein bestehendes berufliches und soziales Netzwerk, um bewährte Projekte oder Organisationen kennenzulernen, die deinem Wunsch nach Sinnhaftigkeit entsprechen.
- Informationsportale und Jobbörsen für sinnstiftende Tätigkeiten: Es gibt spezielle Portale, die sich auf nachhaltige, sozial engagierte oder kulturelle Jobs konzentrieren. Dort findest du nicht nur Stellenangebote, sondern auch Inspiration für alternative Tätigkeiten.
Wie schnell sich ein Mensch emotional, mental und in seinen Handlungen auf eine neue Situation einstellt, ist ganz unterschiedlich. Auch variiert, wie tief der Einschnitt empfunden wird. Eines haben im Normalfall alle Menschen gemeinsam – sie durchleben sieben Phasen der Veränderung [1]: 1. Schock, 2. Ablehnung, 3. rationale Einsicht, 4. emotionale Akzeptanz, 5. Lernen, 6. Erkenntnis und 7. Integration.
Kurz skizziert, laufen die Phasen chronologisch so ab: Die ersten beiden Phasen sind geprägt vom Schock über die Nachricht, von Angst vor Veränderung, individuellen Sorgen und Ablehnung. In den folgenden zwei Phasen ist der Mensch an dem Punkt, das Kommende in irgendeiner Form zu begreifen. Rational versteht er möglicherweise die unternehmerische Entscheidung, warum das Team aufgelöst oder zusammengelegt wird, warum ein Placement für den Betroffenen ansteht. Emotional ist es ein innerlicher Kampf, der mit Höhen und Tiefen verbunden ist. Nur schwer kommt der Betroffene emotional zum Schluss, dass eine Neuorientierung unumgänglich ist. Langsam beginnt er, das Ereignis zu akzeptieren. In den letzten drei Phasen ist er bereit, zu lernen und Neues auszuprobieren. Die Person begibt sich schließlich auf den Weg der Neuorientierung, mit Blick auf alternative Positionen im Unternehmen, nach außen oder ausgerichtet auf seine „Berufung“.
In unsicheren Situationen soll ein Coach den Coachee begleiten. Der Coachee soll Selbstsicherheit und Zuversicht erlangen. Er soll sich nicht wie in einer Sackgasse fühlen, einen Ausweg finden und handlungsfähig bleiben. Dazu werden folgende Fragen geklärt:
- Zur Selbstreflexion: Was ist dir wichtig? Wann bist du zufrieden? Was ist dafür notwendig (Geld, Aufgabe, Vorgesetzter, Rahmenbedingungen oder auch Entscheidungsspielraum)?
- Zur aktuellen Situation: Wie gehe ich mit dieser Situation um? Was ist der am schlechtesten anzunehmende Zustand? Und welchen Sollzustand wünsche ich mir?
- Zum Handlungsspielraum: Was kann ich aktiv beeinflussen und was nicht? Welche Handlungsoptionen ergeben sich?
Hat KI auch später Einfluss?
Auch nach der Berufstätigkeit wird KI dein Leben auf unterschiedlichen Ebenen beeinflussen. Zwar verlässt du den klassischen Arbeitsmarkt, aber du bleibst Teil einer digitalisierten Gesellschaft, in der IT-Systeme deinen Alltag, deine Gesundheit und dein soziales Miteinander unterstützen können.
KI-gestützte Technologien wie Smart-home-Systeme, intelligente Sicherheitslösungen und telemedizinische Angebote helfen, länger selbstständig und sicher zu leben. Personalisierte Gesundheits-Apps und digitale Diagnosetools ermöglichen, den Gesundheitszustand kontinuierlich zu überwachen und vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.
Chatbots, virtuelle Assistenten und digitale Kommunikationsplattformen helfen, den Kontakt zu Freunden, Familie und Bekannten aufrechtzuerhalten, gerade wenn persönliche Treffen nicht möglich sind. Zudem unterstützen digitale Netzwerke, um sich in Interessensgemeinschaften zu engagieren.
KI-basierte Lernplattformen und personalisierte Bildungsangebote ermöglichen, neue Themen zu erschließen oder alte Leidenschaften aufzufrischen. Ganz gleich, ob es um das Lernen einer neuen Sprache geht, das Musizieren oder das Eintauchen in eine andere Kultur.
Nach dem Berufsleben gewinnen Themen wie Finanzplanung an Bedeutung. KI-gestützte Tools helfen, den individuellen Finanzstatus zu überwachen, Anlagestrategien zu optimieren und über staatliche Förderungen zu informieren – stets basierend auf den eigenen Bedürfnissen und Lebenszielen.
Ein sicherer Umgang mit digitalen Technologien sorgt dafür, dran und drin zu bleiben. Gleichzeitig sind Aufmerksamkeit und kritische Reflexion notwendig, um zu verstehen, wie deine Daten und Eingaben von anderen genutzt werden.
Neue Chancen erkennen
Die Karrierewege haben sich durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz grundlegend verändert. Ob vertikal oder horizontal – der Schlüssel zu einer erfüllenden Laufbahn liegt in Selbstreflexion, Anpassungsfähigkeit und lebenslangem Lernen. Wer seine Stärken kennt, mutig neue Wege beschreitet und seine Werte klar definiert, kann sich resilient den Herausforderungen in der Arbeitswelt stellen.
Berufliche Erfüllung entsteht nicht allein durch Vergütung, Titel oder Hierarchien. Auch Sinnstiftung, Selbstorganisation und Eigenverantwortung zählen heute zu den Werten. Ob bei Einstieg, Umstieg, Rückkehr oder Ausstieg – jeder Moment birgt Chancen für die eigene Entwicklung.
Literatur zum Artikel
[1] Streich, Richard K. (2016): Fit for Leadership. Führungserfolg durch Führungspersönlichkeit.
Außerdem
Busch-Holfelder, Katrin (2020): Zukunftsfähig im Job. Chancen erkennen und gelassen in die neue Arbeitswelt starten.
Hofert, Svenja (2019): Mindshift. Mach dich fit für die Arbeitswelt von morgen. Campus Verlag Frankfurt am Main.
Riedel, Mathias (2024): Mindful Coaching. Veränderungsprozesse systemisch, achtsam und kreativ gestalten.
Rose, Nico (2021): Management Coaching und Positive Psychologie. Stärken stärken, sinnvoll wachsen.

