Ein schwieriger Fall

Text: Markus Nickl

Er gilt als vornehm, veraltet oder einfach unnötig: der Genitiv. Aber mit den richtigen Tipps für den Umgang in der redaktionellen Praxis ist der Genitiv viel mehr als ein Stück Sprachgeschichte.

Inhaltsübersicht

Lesedauer: 02:41 Minuten

Es ist eigentlich schon erstaunlich: Kein anderer grammatischer Fall stößt auf so viel Kritik wie der Genitiv. Eigentlich sollte aber ein Kasus neutral sein. Warum wird also der Genitiv immer wieder zum Thema? Welche Kritikpunkte gibt es und wie lässt sich mit ihnen in der Technischen Redaktion am besten umgehen? In diesem Artikel wollen wir uns den Problemfall Genitiv einmal genauer ansehen.

Fast verschwunden?

Beginnen wir mit der ersten Auffälligkeit. Immer wieder hört man zwei widersprüchliche Meinungen: Zum einen, dass der Genitiv fast ausgestorben oder zumindest schwer bedroht sei. Und zum anderen, dass der Genitiv zu häufig verwendet wird und ein Problem in der Kommunikation darstellt. Wer hat nun recht? Erstaunlicherweise stimmt beides. Um das zu erklären, müssen wir grammatisch etwas in die Tiefe gehen. Denn der Kasus Genitiv wird im Wesentlichen in drei verschiedenen ...

Ein Junge mit Mütze blickt durch ein Vergrößerungsglas.